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Auf und davon!

Posted on 13. Januar 2020

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Auf und davon!

‘Wa chan i helfä’? meine kleinen Fäuste in die Seiten gepresst stellte ich diese Frage.
Meine Mutter und meine Schwester standen in der Küche des Landgasthofes. Schweiss glänzte ihnen auf der Stirn. Die Gaststube und das Säli waren mit Gästen gefüllt. Zwei Reisecars standen vor dem Haus.

Bouillon mit Flädli, Schweinshalsbraten an brauner Sauce, Kartoffel-Kroketten und Gemüse mit karamellisierten Marroni und dann als Süssspeise ein ‚Tutti Frutti‘ mit Vanilleglace stand auf dem Menu.

Ich wollte einfach helfen, denn ich sah doch, dass es viel zu tun gab. Irgendetwas könnte ich doch tun. Langsam stieg Verzweiflung in mir hoch.

Ich war gerade mal acht Jahre alt.

Da stand ich also, die Fäuste immer noch trotzig in meinen Seiten.
‘Also, wa chan i machä?’

‘Du bisch z’chli, gang etz eifach us äm Wäg. Gang doch ächli verussä go Velo fahrä’!
erklärte mir meine Schwester.

‘Guät, denn lauf i halt devo und denn bin i nienet meh umä und ihr chönd mich denn suächä!’ murmelte ich vor mich hin, knallte die Küchentüre zu und trat vor den Landgasthof.

Jetzt werde ich davonlaufen, schoss es mir durch den Kopf, rannte in die Garage unterhalb des Hauses und sprang auf meinen kleinen Drahtesel.

Irgendwann werden sie mich suchen, dachte ich trotzig und radelte Richtung Wald – Schönengrund. Es gab noch keinen Veloweg an der Staatsstrasse. Die Autos brausten nah an mir vorbei. Auch Velohelme oder reflektierende Vesten waren unbekannt. Wahrscheinlich unter Lebensgefahr erklomm ich Meter um Meter der Strasse, die mir als kleiner Junge damals unglaublich steil vorkam. Links oben die Herrenweid, dann um die scharfe Kurve am Herrenboden vorbei.

In der Schlucht am rechten Strassenrand eine Müllhalde. Unglaublich, wie der Dreck einer ganzen Gemeinde einfach entsorgt wurde.

Dann erreichte ich die Käserei Schönenbühl. Endlich wurde die Strasse flach, vorbei am Schulhaus Stofel, hinein in den Ortsteil Wald, dann rechts Richtung Chäseren. Wieder wurde es steil und es fing zu nieseln an. Egal, so davonlaufen muss man sich anscheinend hart erarbeiten, dachte ich mir.

Dann auf Chäseren sah ich nur Wolken, der Blick auf Hochhamm, die Voralpen oder den Säntis war durch tiefe Nebelbänke und Schleierwolken versperrt.

In der Zwischenzeit waren meine Kleider durchnässt und ich fror. Schlotternd lenkte ich das Velo hinunter nach Dicken, vorbei an Höchi und Waldegg hinein in das kleine Dorf.

Dann nochmals ein kurzer Aufstieg und schon ging es nur noch runter, vorbei an Dreien nach St. Peterzell.

Es dunkelte bereits ein, als ich durchnässt, frierend und stinksauer die Küche des Landgasthofes betrat: ,So ich bi etz glich wieder hei cho, hend er mich scho gsuächt?

‘Wo bisch gsi, mer hend gar nöd gmerkt, dass du fort gangä bisch!’ meinte meine Schwester!

Nachdem wir einige Tage auf und davon und weg waren, geht es heute im Rias wieder los. Zum ersten Mal servieren wir heute Abend das Special-Snow-Dinner.

​😉 Wenn heute ein neues Küchengerät nicht fehlen darf, dann ist es der Thermomix® TM6!