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Chasing Cancellara

Posted on 29. August 2021

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Noch ein ruppiger Aufstieg. Da sah ich die Gebäude der Air Zermatt AG rechts vor mir. Noch ein paar Tritte in die Pedale. Links ein Tobel mit Föhren, das Rauschen des Baches und ein Parkplatz.
Dann, ohne Vorwarnung stand es einfach da, das Matterhorn. In voller Pracht, keine Wolke versperrte die Sicht.
Ich hatte es wirklich geschafft. Tränen rollten über meine Wangen. Ich musste anhalten. Es würde nur noch wenige Minuten gehen bis ins Ziel.
Damit ich die Zeit von der Garmin Fenix an meinem Handgelenk ablesen konnte, musste ich die vom Schweiss verschmierte Sonnenbrille abziehen.
Es zeigte 18:40. Zwanzig Minuten bis zum Zielschluss.
Ich jubelte laut in die Bergwelt, versucht ein Selfie zu machen. Matterhorn mit mir. Das gelang nicht. Da fragte ein vorbei spazierender Tourist in Englisch, ob er für mich ein ‚Picture‘ machen dürfe. Natürlich, noch so gerne. Danke und Thank you, you know I had made a bicycle race from Zurich to Zermatt with two hundred eighty kilometers.
Oh, crazy!
Das Bild wurde super. Ich fuhr weiter, am Ortseingang von Zermatt standen die Leute der Motocrew, die den Tross den ganzen Tag begleitet hatten.
Alle jubelten sie mir zu.
Alle Schmerzen waren weg. Über siebzehn Stunden war ich nun im Sattel. Ich folgte den Pfeilen durch den Ort und die Bilder der vergangenen Monate zogen an mir vorbei, noch bevor ich in die Zielgerade einbog.
Im letzten November, während meiner schweren Corona Erkrankung, hatte ich mich für die Chasing Cancellara angemeldet. Im Wissen, dass ich bereits einen Startplatz für den Swissman Extrem Triathlon im Juni hatte. Doch ich brauchte Ziele, ich wollte mich von diesem Virus nicht unterkriegen lassen.  
Dann wurde es richtig hart. Noch vor Weihnachten musste ich das Rias schliessen.
Bereits am 4. Januar boten wir wieder Take Away und Home Delivery an.
Gleichzeitig fuhr ich das Training hoch. Manchmal nur sechs Stunden in der Woche, dann aber auch mal zwanzig.
Mein Coach Nadine von Crossfire Coaching schaute zu meinem Trainingsplan. Immer wieder musste ich unterbrechen, Pausen einbauen, da alles einfach zu viel war.
Ich wollte das Geschäft am Leben erhalten, mich sportlich weiterbringen, wurde Grossvater und machte noch im Golf die Platzreife. Nichts, vor allem nicht dieser verdammte Virus, sollte mich unterkriegen.
Sobald ich konnte, liess ich mich impfen. Das warf mich wieder zurück, doch ich bin sicher, dass es die richtige Entscheidung war.
Dann die Absage des Swissman Extrem Triathlon. Eigentlich war ich froh darüber, denn ich fühlte mich nie richtig in Form.
In den Sommerferien machte ich dann eine Hauptprobe für die Chasing Cancellara. Ein Eintagesrennen von Zürich nach Zermatt über 280 km und 6’500 Höhenmeter.
Am 2. August fuhr ich mit dem Rennrad von Kloten über 160 km nach Meiringen.
Ich war viel zu langsam, machte zu lange Pausen und überhaupt, so würde das überhaupt nichts werden.
Am 3. August wollte ich von Meiringen über den Grimsel nach Zermatt fahren. Wieder war ich viel zu langsam und nachdem mir im Oberwallis der Puls ‚verreist‘ war, setzte ich mich in die Matterhorn – Gotthard Bahn und liess mich nach Zermatt chauffieren. Ziemlich geknickt verbrachte ich den Abend im Mattertal, sogar das Matterhorn versteckte sich hinter den Wolken.
Ich war hin und her gerissen.
Mit meiner Traumfrau diskutierte ich die Situation stundenlang. Dann fasste ich den Entschluss, dass ich es einfach versuchen würde. Mein Team im Rias wurde durch meinen Freund Älbi unterstützt. Das Startgeld war bezahlt, die Anmeldung fix, das Hotelzimmer reserviert und was sollte schiefgehen. Ich musste meinen Liebsten versprechen, dass ich abbreche, wenn es mir nicht gut gehen würde.
So war mein Plan also, einfach erwartungslos an den Start zu gehen. Mal schauen, was da möglich ist.
Dann stand ich letzten Freitag um 01:00 am Startort in Zürich Albisrieden. Die Luft knisterte vor Spannung. Rainer Maria Salzgeber startete in der ersten Vierergruppe mit der Startnummer eins in die kalte und dunkle Nacht. Eine knappe Viertelstunde später war mein Slot an der Reihe.
Fabian Cancellara persönlich zog mir die Leuchtweste straff und wünschte alles Gute für die Reise. Ein letzter Kuss für meine Traumfrau und schon ging es los.
Die drei Kollegen in der Gruppe zogen ein Horrortempo an. Bereits die erste Steigung nach Uitikon brachte mich an den Anschlag.
‚Das sind ja gute Voraussetzungen‘ dachte ich für mich. Ich suchte meinen Tritt, liess mich überholen und fuhr stur mein Tempo. Zwischen Stallikon und Aeugstertal raste dann eine Gruppe von elf, zwölf Athleten an mir vorbei. Es gelang, mir das Hinterrad des letzten Fahrers zu schnappen und im flotten Tempo ging es vorwärts. Auch die Steigungen nach Affoltern am Albis, Muri oder Buttwil wurden in einem hohen Tempo in der Gruppe bezwungen.
Nach dem ersten Checkpoint im Guggibad war dann Windschattenfahren verboten.
Doch es gelang mir immer wieder, mein Tempo hoch zu halten. In der Abfahrt nach Aesch raste ich einigen schnellen Fahrern hinterher. Bis zu 75 km/h betrug unsere Geschwindigkeit.
Dann Sursee, Checkpoint Wolhusen, der Aufstieg ins Entlebuch und scharf links Richtung Sörenberg. Hier überholten mich plötzlich wieder die Kollegen meiner Startgruppe, die mich in Uitikon noch so abgehängt hatten.
Ich hätte jubeln können, denn nun wusste ich, dass ich einigermassen gut im Zeitplan lag.
Es war nämlich mein Ziel, zuerst den Kontrollschluss in Innertkirchen einzuhalten, dann den Grimsel zu bewältigen und wenn ich den Kontrollschluss in Ullrichen einhalten könnte, dann würde ich es nach Zermatt schaffen.
Doch dann der Schreckmoment.
Vor dem Checkpoint Wolhusen begann meine Vorderlampe zu blinken. Es war noch immer stockdunkle Nacht.
Ich fuhr zum Glück im Abstand hinter einem Mitstreiter, so dass ich noch genügend Licht hatte, doch der nächste Marshal, der diesen Defekt bemerkte, würde mich disqualifizieren.
Zum Glück hatte ich vor der Abfahrt geistesgegenwärtig eine zweite, stärkere Lampe in mein Trikot gepackt. Kurzer Halt, das Gummiband um den Lenker geschnallt und die Lampe auf die leichteste Stufe eingestellt, damit sie länger leuchten würde. Sie hielt durch bis ins Hotelzimmer in Zermatt.
Dann Checkpoint Sörenberg, Aufstieg zum Glaubenbielenpass, die krasse Abfahrt runter nach Giswil.
Ich überholte ein paar Athleten.
Da ich all diese Steigungen schon von meiner Testtour kannte, fiel es mir leicht, mich mental richtig einzustellen. Ich dachte einfach immer, es geht viel weiter, es ist härter, steiler und einfach brutaler, als du dir vorstellen kannst…
Auf dem Brünig – wie auch an den anderen Checkpoints und Pässen – liess ich es mir nicht nehmen, meiner Coach Nadine und meinem Team schnell ein paar Bilder über Whatsapp zu senden.
Denn im Rias machten sie ja meinen Job, damit ich das Vergnügen haben kann.
Zusätzlich rief ich auf dem Brünig meine Traumfrau an. Sie war einen Moment sprachlos. Denn der Plan war, dass wir uns in Giswil träfen. Daraus wurde dann Guttannen am Grimselpass.
Ich war zwei Stunden vor Kontrollschluss in Innertkirchen und eine Stunde vor Kontrollschluss in Ullrichen im Oberwallis.
Doch davor wartete der brutale, lange, harte und steile Aufstieg zum Grimselpass. Inzwischen waren wir noch 5 – 10 Fahrer, ständig den Besenwagen im Genick. Doch der Besenwagenfahrer war gleichzeitig der beste Motivator. Schon vor dem letzten Aufstieg zum Grimselpass, rief er aus dem VW Bus, dass er bereits voll habe und dass ich es problemlos schaffen würde, wenn ich einfach so weiter trampen täte.
Ich ass, was ich konnte, Gummibärli, Energieriegel und Gels. Alles so wunderbare, feine, grauenhafte Sportlernahrung. Ständig hatte ich die Bidons am Mund und trank, was nur ging.
Meine Traumfrau hielt am Strassenrand und rief mir zu, dass ich gut unterwegs sei.
Dann die Abfahrt das Wallis hinunter. Zum Teil mit über 80 km/h in den langen Geraden und der Oberwalliser Gott meinte es gut mit dem Appenzeller, Rückenwind bis Brig. Doch dann eine heisse steife Brise mit Staub voll ins Gesicht zwischen Brig und Visp.
Dann wieder der Besenwagen: ,Nur noch gut 45 km und 1000 Höhenmeter’ schrie er aus der Fahrerkabine.  
Normalerweise wäre das eine Trainingseinheit für sich und nicht der Schlussspurt nach bereits 235 km und 5’500 Höhenmetern.
Alles Spinner, die so was machen, haben wir Fahrer uns bereits in der Steigung zum Grimsel zugerufen.
Es wollte nicht enden.
In Visp verabschiedete sich meine Traumfrau, mit dem Hinweis, dass sie im Ziel warten würde, egal wann ich kommen täte und ein Tisch zum Nachtessen sei auf 20:30 reserviert.
In Täsch wieder der Besenwagen mit der Bemerkung, dass es nun doch funktionieren müsse, es seien nur noch sieben Kilometer und 200 Höhenmeter.
Ich dachte mir, das ist so in etwa wie da, wo ich herkomme im Neckertal / Toggenburg auf die Wasserfluh – das könnte reichen!
Also nochmals ein paar Gels und Gummibärchen rein und Vollgas!
Und dann sah ich das Matterhorn, die letzten Kurven. Der erste Zielbogen, das Ziel und da stand meine Traumfrau, daneben Fabian Cancellara, der mir die Medaille umhängte und nur meinte, du kannst verdammt stolz sein auf dich!
Ja, das bin ich. Und auch auf mein Team, das mich im Rias vertreten hat.
Ich bin erwartungslos in diesen Wettkampf gestartet und konnte ihn fertig fahren.
Noch nie hat das kühle Bier so gut geschmeckt.

Schön, wenn wir Sie im Rias wieder begrüssen dürfen!
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und auch: 


Home Delivery und Take Away


Vorläufig werden wir weiterhin Montag – Freitag Take Away und Home Delivery anbieten. Bestellen Sie online oder per Telefon. 

Events 

Klotener Street Food Tavolata                               

Freitag und Samstag, 10. / 11. September 18:00 – 22:00 kochen wir auf dem Stadtplatz. Reservationen direkt bei der Stadt Kloten. 

Wild & Wein Battle
Rossi vs. Markus / Bindella vs. Zweifel


Preis pro Gast sfr. 145.00


Neuauflage am Mittwoch, 20. Oktober. Nach dem grossen Erfolg mit der ersten Ausgabe laden wir nun erneut zum Zweikampf ein. Es ist ein Battle leidenschaftlicher Weinsensoriker und Geniesser. 
Markus Betschart und Rossi Serratore kreuzen die Weinflaschen.
Ich serviere sechs Gänge zu den 12 Weinen.
Sie erküren den Gewinner des Abends.
Reservationen nur telefonisch unter 044 814 26 52.

Gourmet Metzgete
Metzgete à discretion, Preis pro Gast sFr. 74.00
Von Mittwoch, 27. bis Samstag, 30. Oktober
und von
Montag, 1. –  Samstag, 6. November
findet die Gourmet Metzgete statt.
Reservationen nur telefonisch unter 044 814 26 52.
 
Trüffel Abend

Preis pro Gast sFr. 180.00
Am Dienstag, 23. und Mittwoch 24. November werde ich zusammen mit Rossi Serratore ein Trüffelmenu kredenzen, das sich sehen lassen kann. 
Sechs Gänge und acht Weine werden Sie in Verzückung bringen.
Reservationen nur telefonisch unter 044 814 26 52.

Ihr Event
Ihr Familien-, Team-, oder Firmenevent im Rias:
Wir dürfen wieder Feste feiern. 
Reservieren Sie jetzt die Tische für Ihren Anlass. 

Schenken Sie auch weiterhin Freude mit feinem Essen und Gastlichkeit! 

Gutscheine 

Gutscheine kaufen Sie online und drucken direkt bei sich zu Hause oder wir drucken für Sie. Herzlichen Dank. 

Die speziellen Tropfenbilder meines Freundes Peter Müller können weiterhin im Rias bestaunt und gekauft werden. 
Hier geht es direkt zur Homepage von Peter Müller.
Peter Müller Gallery 


Erwartungslos! 
Ihr