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Gemeinsam – Together – Insieme – Ensemble 

Posted on 18. März 2020

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Gemeinsam – Together – Insieme – Ensemble 

Ich war wirklich verzweifelt letzten Dienstag, als ich meine letzte Geschichte schrieb. In der Zwischenzeit haben sich die Ereignisse überschlagen. So sitze ich hier an meinem wunderschönen grossen Restauranttisch in unserer hellen Wohnung in Zürich im Kreis drei!

Die vergangene Woche war wunderbar. Nach meiner Geschichte meldeten sich unzählige Freunde und Gäste. Die einen mit aufmunterndem Wort, die anderen reservierten schlicht und einfach für sich und ihr ganzes Büro. Was für herrliche Reaktionen.

In der Zwischenzeit musste ich das Rias ganz schliessen.

Tausende Kleinunternehmer kämpfen nun um ihre Existenz. Zehntausende Arbeitsplätze sind gefährdet.

Doch das ist gar nicht wichtig.

Ich bin überzeugt, jeder von uns weiss, dass es um etwas Wichtigeres geht. Es geht darum, unsere Gesundheit zu schützen.

Es geht darum, Risikopatienten zu schützen.

Wir als kleine Gastgewerbler können nur so helfen. Wir können zurückstehen, vermeiden, dass Menschen sich treffen, vermeiden, dass sich das Virus verbreitet!
Ich erwarte nun aber auch mit Nachdruck und ohne Ausflüchte, dass sich diese sehr gefährdeten Menschen schützen und zuhause bleiben.

Ich erwarte aber auch, dass sich die jungen Menschen zurückhaltend aufführen, Distanz halten und zuhause bleiben. Die jungen Menschen sind – ohne es zu wissen – Träger des Virus. 

Als ich vorgestern den Schlüssel im Rias drehte, um noch die letzten Briefe auf der Post einzuwerfen, das letzte Geld auf die Bank zu bringen, stand plötzlich ein älterer Herr vor mir. Ich machte ihm das Zeichen, Abstand zu halten. Er schnauzte mich an, ich solle nicht blöd tun, er wolle doch einfach einen Kaffee trinken. Das Rias sei geschlossen, wir bekamen Streit. Er wollte nicht einsehen, dass ich, dass tausende Unternehmer ihre Geschäfte schlossen, damit er geschützt wird.

Es geht aber auch nicht, dass junge Menschen nun an der Seepromenade sitzen und Party machen. Hey Hou Mann, tausende Unternehmer kämpfen um ihre Existenz, tausende Mitarbeiter im Gesundheitswesen leisten Übermenschliches. Und ihr macht Party! Habt ihr einen Knall? Ihr überträgt mitunter sekündlich einen Virus. Nicht ganz trocken in der Birne? (Und den Eltern der Teenager gehört eine geknallt, holt eure Kinder nachhause!)

Bitte liebe Menschen, vor allem die Risikogruppen, ich bitte euch von Herzen, bleibt zuhause. Wenn ich irgendjemandem massvoll helfen kann. Wenn ich jemandem etwas vorbeibringen soll, dann schreibt mir auf diese Mail. Wenn Ihr einfach nur reden wollt, dann schreibt Sie mir und ich übermittle gerne meine Telefonnummer.

Niemand wird im Stich gelassen. Auch mein Team habe ich angewiesen, in dieser schweren Zeit zu helfen.

Ich habe nach langer Überlegung bewusst darauf verzichtet, ‚Home Delivering‘ und ‚Take Away‘ anzubieten. Ich kann es nicht und es birgt wieder die Gefahr von Kontakten.

Lieber helfe ich so!

Schreiben Sie mir! Niemand ist in dieser Zeit allein!

Ich danke Ihnen und wünsche Ihnen allen von Herzen alles Gute.

Stehen wir alles gemeinsam durch.