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Geschenke und Fondue Chinoise

Posted on 9. Dezember 2019

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Geschenke und Fondue Chinoise

Ein Mikrowellengrill sollte es sein!

Es war Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts und an der IGEHO in Basel hatte mein Vater so ein Gerät gesehen. Am grossen Stand des Elektrohändlers Fust stand diese neue Errungenschaft der modernen Ingenieurskunst.

Das müssen wir unbedingt in der kleinen Küche unseres Landgasthofes haben, muss sich der damals noch junge alte Herr gedacht haben.

Ein wunderschönes und hilfreiches Gerät für zuhause. Seiner Frau – unserer Mutter – würde er dieses praktische Stück zu Weihnachten schenken.

Käseschnitten könnte sie so zubereiten, ohne sich die Finger an der heissen Butter zu verbrennen. Oder eine Rösti schnell nochmals heiss machen. Das wäre schon eine unglaubliche Hilfe in der Küche.

Unsere Mutter war der Chef in dieser Küche. Alles, was mein Vater kochte, hatte er von ihr gelernt. So war es irgendwie mehr sein Wunsch, als der ihre, einen solchen Mikrowellengrill in die Küche zu stellen. Dazu muss man wissen, dass dieses Gerät, das heute für um die fünfzig Franken über den Ladentisch geht, damals nahezu zweitausend Franken gekostet hat.

Ein rechter Batzen Geld also, wenn man bedenkt, dass die Stange Bier noch unter einsfünzig oder der Kaffee Creme etwa einen Franken kostete.

Mein Vater liess sich nicht beirren und orderte das Teil.

An Weihnachten stellte er das Gerät dann in die Küche und mit stolzer Brust verkündete er, dass das nun sein Geschenk sei!

Die Begeisterung der Beschenkten hielt sich in Grenzen. ‘Wieder etwas mehr, das ich putzen muss! ’

Wir konnten es nicht verstehen. Erst viel später wurde mir klar, dass sich meine Mutter einfach auch mal ein Geschenk gewünscht hätte, das nichts mit der Arbeit oder mit dem Geschäft zu tun hatte. Doch sie arrangierte sich mit der neuen Maschine und bald wusste auch sie, wie das Gerät am besten einzusetzen war.

Sie hatte an diesem Heiligen Abend wieder den ganzen Tag gearbeitet, um uns ein schönes Weihnachtsessen zuzubereiten. Bis spät nachmittags sassen die Gäste in der Gaststube und wir Kinder stürmten nervös durch das ganze Haus.

Dann endlich schloss sich die Türe hinter dem letzten Gast und wir durften den runden Tisch aufdecken.

Einmal war es gefüllte Ente.
Ich erinnere mich noch an diese wunderbare, schmackhafte Füllung aus Orangen, Feigen, Kartoffeln und Rosinen. Lustigerweise weiss ich nicht mehr, wie das Fleisch geschmeckt hatte. Doch auch das Rotkraut und die karamellisierten Maroni dazu sind in meiner Geschmackserinnerung noch präsent.

Ein andermal tischte sie diesen wunderbaren Schinken auf, den sie im Brotteig garte. Eine saftige Angelegenheit. Einen Teil des Teiges hatte sich mit dem schmackhaften Saft des Schinkens vollgesogen. Phänomenal! Dazu bereitete meine Mutter den wohl perfektesten Kartoffelsalat zu, den ich noch nie in dieser Güte nachkochen konnte.

Irgendwann packte sie ein Schweinsfilet in Blätterteig, backte es saftig und knusprig aus. Dazu servierte sie Champignonrahmsauce.

Ein Schweinshals briet sie mit Rosmarin im Ofen schön knusprig, dazu gab es frischen Kartoffelstock und Rüebli.

Zum Dessert? ‘Omelette Surprise’ oder ‘Vacherin glacé’ – unvergesslich! Und dann wurde der Christbaum angezündet. Nein, natürlich die Kerzen am Christbaum.

Im hellen Schein der Kerzen sangen wir ‘Oh du Fröhliche’ oder ‘Ihr Kinderlein kommet’. Dann gab es Geschenke und es wurde ein wunderbarer Abend.

Fondue Chinoise? Daran kann ich mich nicht erinnern.

Wenn heute ein neues Küchengerät nicht fehlen darf, dann ist es der Thermomix® TM6!
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Tartare, Cocktail, Demi-Glace, Senf, Süss-Sauer, Curry, usw.

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