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Hansruedi’s Cervelat Salat

Posted on 10. Juli 2018

By

CCA Angehrn & Hansruedi’s Cervelatsalat

Geht es Ihnen auch so, dass Sie sich in Gedanken verlieren, welche Konstanten es in Ihrem
Leben gibt?
Mir fiel letzthin eine lustige Konstante auf: ‚Cash&Carry Angehrn‘!
Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir bereits als kleine Kinder mit unserem Vater in
diesen Grossmarkt durften. Noch heute kommt man dort nur rein, wenn man ein
Wiederverkäufer ist, Wirt, Detaillist oder man hat einen Kiosk. Die Regeln sind da ziemlich
streng.
Da sass ich dann als kleiner Junge auf dem riesigen Einkaufswagen und beobachtete
interessiert, wie mein Vater die Eingabe der Preise auf der ebenso riesigen Registrierkasse
mit wachen Augen kontrollierte. Reden durfte ich nicht. Es war eine spezielle Situation. Denn
wenn sich der Kassierer beim Umschichten der Waren von Wagen zu Wagen vertippte, dann
war das eventuell zu Ungusten von uns. Also Ruhe!
Wenn der Wagen dann fertig umgeladen war, nahm mein Vater ein riesiges Bündel Noten
aus seiner Jackentasche und bezahlte. Er zählte die Noten genau ab und glättete jedes
einzelne Stück.
Nun kam unser Teil: Wir durften ins Restaurant im ersten Stock. Da ass man einen Toast
Hawaii. Es war das erste Restaurant, das diesen Toast in einem modernen Mikrowellen
Apparat erhitzte. Für heutigen ‚Gusto‘ einfach fürchterlich, damals unglaublich gut! Das Beste
daran war der geschmolzene Käse am Rand. Den konnte man abkratzen und geniessen. Der
Einkauf im CCA war oft unser Familienausflug, mit Toast Hawaii und Coca – Cola im Glas. Auch
das Glas war speziell. Am Glasboden waren Blasen. Ich wunderte mich als kleiner Junge, wie
denn dieses Glas überhaupt stehen konnte.
Nach dem Besuch rollten wir den Wagen nach draussen und verstauten die Einkäufe
im Auto. Wenn man Glück hatte, ergatterte man bei der Ankunft einen Platz unter dem
Vordach und konnte bei Regen oder Schnee trocken einladen. Heute sind alle Plätze
überdacht, schattig und geschützt.
Ein lustiges Erlebnis hatten wir, als mein Vater unser neues Auto zum ersten Mal ausfuhr. Wir
durften also mit diesem nigelnagelneuen Opel Rekord C 1900 nach Gossau ins CCA fahren.
Die neuen Parkplätze waren frisch geteert und hatten Leitplanken, so wie man sie damals
auf den Passstrassen kannte. Der neue Opel Rekord besass eine spitz auslaufende Front.
Plötzlich knackte es vorne. ‚Gopferdelli‘, entfuhr es meinem Vater: ‚bi dene moderne Chärä
gseht mer gar nümä, wo’s fertig sind!‘ Er war zu nah aufgefahren und hatte das Blinkerglas
eingedrückt.
Zum Glück gab es auf dem Heimweg den Opel Meier in Herisau. Schurstracks fuhr er dorthin
und liess das Glas ersetzen. Wir dürften dann aber zuhause dem Mami gar nichts erzählen,
war die strenge Anweisung.
Nun ja! Zuhause angekommen stürmten mein Bruder und ich aus dem Auto schnurstracks zur
Mutter: ‚Mami, me dörfet dir nöd verzellä, dass dä Papi dä Blinker vom neuä Auto…‘ upps, da
war was falsch?
Später begleiteten mich auch meine Zwillinge Sarah und Jessica von klein auf ins CCA. Sie
sassen oder standen auf dem riesigen Einkaufswagen und schauten mit grossen Augen die
vielen Sachen an, die da an ihnen vorüber glitten. Kontrolle an der Kasse war nicht mehr
nötig, da nun alle Artikel gescannt wurden und ein Fehler nicht mehr möglich war.
Doch der Besuch im Restaurant war noch immer obligatorisch. Die Gläser waren noch immer
dieselben und auch den Toast Hawaii gab es noch. Also, alle ab ins Restaurant. Dann
zurück auf den Parkplatz um einzuladen. Doch was war das? Kinderschokolade, Gummibärli,
süss-saure Schlangen? War das am Ende nicht unser Wagen? Nein, Sarah und Jessica hatten
heimlich ihre Süssigkeiten unter die Einkäufe gemischt. Ja, Papa, selber Schuld, wer nicht
aufpasst. Ausgleichende Gerechtigkeit für das ‚Ausplaudern‘ des Blinkerglases?
CCA Angehrn ist auch heute noch mein Partner für Gemüse, viele erstklassigen
Frischprodukte und Hartwaren. Ich bin Stammgast im CCA Brüttisellen und schätze das Team
dort sehr. CCA wird es so nicht mehr lange geben. Aligro hat die Marke übernommen und
der letzte Angehrn scheidet Mitte Jahr aus der Firma aus. Doch die Erinnerungen bleiben. An
lustige Erlebnisse und fürchterlichen Toast Hawaii!

Für Sie – liebe Geniesser – das Rezept meines Cervelatsalates. Kein Toast Hawaii.

Hansruedi’s Cervelatsalat

für 5 Gäste

Zutaten

4 Stk Cervelat
1 Stk kleine rote Zwiebel
2 Stk Essiggurken
2 dl selbstgemachte Salatsauce ‘Rias Kloten’ www.rias.ch
kann im Rias gekauft werden!
3 Stk frisches Eier
10 g Kochbutter
200 g milder Appenzeller Käse (silberne Folie)
Nach Belieben etwas Lollo-, Kopf-, oder weitere Blattsalate und Kräuter wie Basilikum,
Kerbel, Schnittlauch oder Dill aus dem Garten.

 

Vorbereitung:

Zwiebeln schälen und in feine Streifen schneiden.
Cervelat schälen, der Länge nach halbieren, in feine Scheiben schneiden
Käse in gleich grosse feine Scheiben wie die Cervelats schneiden.
Eier in heisser Butter wie Spiegeleier beidseitig anbraten, so dass das Eigelb noch dickflüssig
bleibt, dann in feine, lange Streifen schneiden.
Gurken in feine Scheiben schneiden.

Zubereitung:

Alle Zutaten ausser Ei und Blattsalat mit der Salatsauce vermischen und einige Zeit bei
Zimmertemperatur stehen lassen.
Die Salatblätter in mundgerechten Stücken auf weite Teller verteilen. Den Cervelatsalat
darauf anrichten und die Eistreifen darüber geben. Mit frischen Gartenkräutern dekorieren.
Zum Salat ein knuspriges St. Galler Bürli und ein kühles Schützengarten ‘Weisser Engel’ Hefe –
Weissbier geniessen.
Das ist Sommer!