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Kaninchen

Posted on 18. Mai 2020

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Die vermehren sich wie die Karnickel! 

Im Transistorradio lief Sugar Baby Love von the Rubettes.
‘Sugar baby love, sugar baby love…’: summte ich mit. Keine Ahnung, was der Text bedeuten mochte, doch es klang großartig. Top modern, neben der bürgerlichen Musik, die wir selbst machten!

Das Radio hing an einem Kälberstrick über unseren Köpfen im Rossstall des Landgasthofes Rössli in St. Peterzell. Daneben ein brauner, geschlängelter Fliegenfänger von oben bis unten voll von Ungeziefern und Insekten. Wir schrieben Anfang der 1970er Jahre. Seit dem ersten November 1969 wohnten wir nun in diesem Landgasthof, der meinen Eltern gehörte und den sie auch führten.

Zum Gasthof gehörte ein Pferdestall. Der Geschichte zur Folge wurden hier die Pferde der Postkutschen gewechselt. Die Postkutsche verband die Klöster St. Gallen und Einsiedeln über die Pässe Wasserfluh, Ricken an den Zürichsee und Richtung Sattel nach Einsiedeln.
Noch heute steht das Kloster St. Peterzell im Neckertal in der Mitte der beiden Abteien.
Natürlich hatte ich keine Ahnung von dieser Geschichte. Ich war damit beschäftigt, das Kaninchen zu streicheln, das sich in meine Hand kuschelte. Unseren Hund Rex hatten wir in sicherem Abstand mit einem weiteren Kälberstrick am Eingang zum Stall angebunden. Zwischendurch schaute er leicht grimmig in unsere Richtung. Seine Augen schienen zu fragen: ‘Warum werde ich nicht so gestreichelt? ’

Sechs Kaninchen waren plötzlich im Rossstall zuhause. Unsere beiden älteren Brüder hatten sie angeschleppt und einen riesigen Verschlag gebaut. Das eine der Tiere kaute an einer Karotte, während sich die anderen Kerle am Kraftfutter gütlich taten. Diese Futterwürfel hatten wir aus der Mühle der Familie Stöckli in der Gass St. Peterzell geholt. Spezielles Futter zur Mast der Kleintiere. Mast nicht Zucht, hatte unser Vater uns aufgetragen. Natürlich hatte ich keine Ahnung, was Zucht oder Mast bedeutete.
Ich hatte einfach riesige Freude an den kuschligen Kaninchen.

So gingen die Tage dahin und die Kaninchen wurden älter, grösser und fetter. Immer am Samstag putzten wir die Ställe. Dafür lupften wir die Tiere am Balg aus dem Verschlag und setzten sie in der grossen Pferdbox ab. Dort tummelten sie sich, bis wir die Ställe gereinigt hatten.
Irgendwann fiel uns dann auf, dass eines der Tierchen in der Ecke seines Stalles aus Haaren, Heu und Stroh etwas wie ein Nest gebaut hatte. Nach ein paar Tagen tönte es aus dieser Ecke. Es hatte junge Kaninchen gegeben. Ich hüpfte vor Freude auf und ab. Wann wir sie denn anschauen könnten, fragte ich. Doch mein Vater machte sich eher Sorgen und wunderte sich, wie das passieren konnte.

Nun, wir hatten schlicht und einfach übersehen, dass sich die Kaninchen bei unseren Putzeskapaden in der Pferdebox zu nahe kamen und da musste es wohl geschehen sein.
Unsere älteren Brüder hatten riesige Freude. Vor allem der Älteste kam aus dem Lachen nicht mehr raus. Hatte er am Ende als Einziger einen Plan?

Wir lernten, wie man das Geschlecht der jungen Tiere bestimmt und trennten sie nach Männchen und Weibchen. Inzwischen lebten die Kaninchen in den Pferdeboxen in zwei grossen Rudeln. Dann passierte es wieder auf völlig unverständliche Art und Weise, dass in einer Ecke ein Nest gebaut wurde und es noch mehr junge Tiere gab. Wieder versuchten wir zu trennen.
Wir erstellten weitere Ställe für weitere Rudel. Dann bauten wir Drahtverschläge draussen auf der Wiese mit Betonröhren, worin sich die Kaninchen verstecken konnten.

Bald entstand ein ganzes Gewirr von Röhren und Tunnels, nur begrenzt durch in die Erde eingegrabenes Drahtgeflecht. Die Kaninchen vermehrten sich wie die Karnickel oder so irgendwie…
Und dann: 96 malte der älteste Bruder mit weisser Kreide auf die Stalltüre. Er freute sich und strahlte über das ganze Gesicht.

Doch wir waren überfordert und hatten den Überblick verloren. Wir mussten die Kaninchen schlachten lassen und die feinen Schlegel, Braten und Ragouts wurden im Landgasthof serviert. Sehr zur Freude der Gäste, die so ein schmackhaftes Essen zu einem günstigen Preis zu schätzen wussten.
Nur, ein bisschen Wehmut schlich sich da schon ein. Nun hatte ich verstanden, was Mast bedeutete.

Und als unsere Mutter eines Tages mit einer dampfenden Schüssel Ragout am Tisch stand und ‘en Guätä’ wünschte, fragte der Älteste misstrauisch: ,Wa isch da?` Das sei Poulet ohne Haut, bemerkte meine Mutter. Die Haut sei beim Kochen abgefallen. ‘Nei, da isch sicher Chüngel, da äss i sicher nöd’, meinte unser grosser Bruder und trottete hungrig von dannen.

Seit einer Woche servieren wir im Rias wieder alle unsere feinen Gerichte. (Kaninchen ist nicht dabei)
Diese Woche wird es auch im Zelt kuschelig warm sein.
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Weiterhin könne Sie auch unsere Gerichte als Pick Away bestellen.

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Sie bestellen online die gewünschten fertig gekochten oder vorgekochte Gerichte und holen alles zum gewünschten Zeitpunkt ab.

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Diese Wochen sind wir bis Mittwochabend hier. Dann machen wir die Auffahrtsbrücke.
Im Sommer werden wir vom 19. Juli für zwei Wochen Sommerferien machen.

Schön, wenn wir Sie verwöhnen dürfen.

Von Herzen wünsche ich Ihnen alles Gute.