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Sommerferien III und Walliser Eglifilets

Posted on 3. August 2018

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Sommerferien III und Walliser Eglifilets

Nun sind die Sommerferien wahrscheinlich für alle vorbei. Koffer auspacken, Wäsche
waschen, den Garten wieder pflegen und endlich zuhause sein!
Ach, wie haben das alle vermisst!

Ja, wir verbrachten viele Wochen unserer Ferien am Fluss Necker, im Neckertal, nahe dem
Appenzeller Land und es war Abenteuer pur.

Doch natürlich gab es auch Jahre, in denen wir mit den Eltern in die Sommerferien fahren
durften.

Wobei ‘fahren’ das Stichwort war.
Fliegen ging gar nicht. Das war zu teuer, etwas für die Noblen und sicher nicht für uns
normalen Leute. Fliegen sollte lange ein Traum bleiben. Was heute normal ist, war damals
einfach unerreichbar. Denn es war wirklich so! Jeder Franken wurde zweimal umgedreht und
Ferien gab es nur, wenn es dann auch finanziell möglich war. Fliegen gehörte nicht dazu!
Basta!

So verbrachten wir oft Ferien bei Freunden und Verwandten. Das fand ich nicht immer so
toll. Ich hatte schlicht und einfach Heimweh.

Ein weiteres Kriterium war, dass man am Ferienort deutsch sprach. Die Grenzen waren also
klar gesteckt.

Ligerz am Bielersee ging noch, während La Neuveville – zwei Kilometer daneben ausschied
– da man sich da nicht mehr verständigen könne, meinten meine Eltern. Ein Teil des Juras
ging auch noch, doch da war man nie so sicher, ob man noch einen Kaffee bestellen konnte,
wenn man ein ‘Fährtli’ machen würde und eben gerne eine Pause einlegen täte.
Auf der anderen Seite ging das Südtirol, als Teil der Alpenregion, und Österreich natürlich.
So kam es, dass wir auf unserer Reise über Hemberg und Bendel ins Toggenburg, über
Wildhaus nach Landquart und über den Wolfgangpass, Flüelapass und Ofenpass fuhren. Wir
passierten das Vinschgau, staunten über die riesigen Apfelplantagen und ebenso über die
wunderschönen hohen Berge. Nach dieser langen Reise kamen wir in Kaltern am Kalterersee
an.

Die günstigste Möglichkeit zu übernachten war eine private Pension. So mieteten meine
Eltern einige Zimmer bei Familie Nussbaumer, oberhalb des Dorfes Kaltern. Lange
Spaziergänge durch die grünen Reben an den See. Baden im Kalterersee, wo ein Freund der
Familie Muscheln vom Seeboden holte. Eine Fahrt mit der Standseilbahn und eine
Wanderung auf den Mendel standen ebenso auf dem Programm.

Einmal kamen wir da oben an und unseren Freunden wurden wunderschöne Uhren
angeboten, Rolex aus der Schweiz! Sie glaubten an das Geschäft ihres Lebens. Nur am Zoll,
auf der Heimfahrt, wusste es der Zöllner besser. Alles geklaut oder Schmuggelware. Upps,
da lief wohl etwas falsch.
Die Uhren wurden kurzerhand eingezogen!

Abends ass man beim ‘Herrnhofer’ und nach dem Essen wurde musiziert. Jeder von uns
spielte irgendein Instrument und wir unterhielten das ganze Lokal!

Auf dem Rückweg nahmen wir die Route über den Reschenpass nach Landeck und über den
Arlbergpass zurück in die Schweiz. Auf dem Reschenpass bewunderten wir den Kirchturm der
noch als einziges Überbleibsel aus dem Stausee schaute. 1950 wurde ein
brutales faschistisches Stauprojekt vollzogen. Hunderte Familien aus Graun und Reschen
verloren ihre Existenz. Der märchenhafte Turm im 6 km langen See ist Mahnmal und
Wahrzeichen der Region geworden.

Ferien in der Schweiz waren auch immer genial. Speziell war manchmal der Start.
‘Morgen gehen wir in die Ferien’, verkündete Vater jeweils. Am anderen Tag pünktlich um
neun sass er dann in seinem Auto mit laufendem Motor vor dem Haus und wartete. Es war
noch nichts gepackt und manchmal wussten wir auch nicht, wo es hingehen würde.
Doch mein Vater hatte das Flair, die Ferien immer mit etwas Nützlichem zu verbinden. Im
Berner Oberland waren wir zweimal am eidg. Armbrust Schützenfest, in Adelboden und in
Ringgenberg.

Am Bielersee in Ligerz durften wir fischen. Das war vielleicht spannend. Stundenlang sassen
wir am Strand, warfen die Regenwürmer aus, die wir mühevoll an den Haken gelegt hatten.
Und wir hatten Erfolg.

Petri Heil! Es waren leider vor allem irgendwelche grätigen Weissfische, die uns niemand
zubereiten konnte.

Nun, für Sie habe ich das Rezept von feinen Eglifilets zusammengestellt. Im Rias erhalten wir
diese Filets aus dem Wallis. Dort gibt es in Raron eine Zucht, die Eglis in frischem
Quellwasser aus den Bergen gedeihen lässt. Das Resultat ist ein wunderbar, schmackhafter
Fisch mit knackigem Fleisch.

Ich wünsche gutes Gelingen.

 

Walliser Eglifilets

für 4 Gäste

Zutaten

  • 600 g Eglifilet aus Raron (Firma Valperca)
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Stk Zitrone ganz
  • 50 g Tempura Mehl (aus dem Thai Shop)
  • 1 Stk frisches Ei
  • 100 g Pankra Mehl (aus dem Thai Shop)
  • 1 Liter Erdnussöl oder Fritteuse zum ausbacken

 

Vorbereitung:
Saft einer Zitrone auspressen
Zweite Zitrone vierteln und Kerne entfernen
Ei aufschlagen

Zubereitung:
Eglifilet mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen
Im Tempura Mehl wenden und abklopfen
Durch das aufgeschlagene Ei ziehen und im Pankra Mehl wenden
Im 170° C heissem Erdnussöl oder Fritture knusprig ausbacken.
Auf Haushaltpapier abtupfen und servieren.

Dazu Salat oder Lauchkartoffeln und Tartare – Sauce.