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Mein Bus

Posted on 8. September 2019

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‘Läck, etz bin i echt voll verschrockä. Plötzlich luägsch du mi abäm Bus abä a.
Isch no genial! Super gmacht!’

So oder ähnlich tönte es in den letzten drei Jahren oft, wenn Gäste irgendwo in der Region hinter meinem Bus herfuhren.

Vor drei Jahren hatte ich die Möglichkeit, das Heck eines Busses des ZVV, des Zürcher Verkehrsverbundes, mit einer Werbung zu bekleben.

Meine Grafikerin Ursula Gebendinger mit ihrer Firma ideenreich in St. Gallen, gestaltete eine wunderbare Fotografie, die dann mit Hilfe einer Folie auf das Heck aufgetragen wurde.

Die Reaktionen waren spürbar. Immer mal wieder kam ein Gast ins Rias und erzählte, dass ich sie oder ihn vom Bus angelacht hätte.
Sie würden mir jeweils winken, doch ich hätte leider noch nie zurück gewunken.

Drei Jahre lang fährt der Bus nun in der Flughafenregion, anfänglich vor allem vom Flughafen Richtung Oerlikon und in der Stadt Kloten nach allen Seiten, später vom Flughafen nach Wallisellen und in der Gegend um Dübendorf.

Es war eine grosse Investition und ohne die Hilfe von Gästen und Sponsoren hätte ich mir diese Werbung gar nie leisten können.

Nach dem ersten Jahr konnte ich mit der Firma APG einen neuen Vertrag aushandeln, mit richtig guten Konditionen. Auch nach dem zweiten Jahr hatte ich die Möglichkeit, den Vertrag mit wiederum erfreulichen Konditionen um ein Jahr zu verlängern.

Das hat natürlich Spass gemacht. So fuhr ich manchmal selbst plötzlich hinter mir her, sah mich riesengross auf diesem Bus und lächelte still und zufrieden vor mich hin!

Letzte Woche machte dann der Verkäufer von APG einen Termin mit mir, um einen neuen Vertrag zu verhandeln.

Ich dachte bei mir, dass ich mir dieses Jahr diese Werbung nun nicht mehr leisten könne, da es doch sehr viel Geld sei.

Die Herren der APG kamen sogar zu zweit, assen einen schönen Lunch und warteten, bis ich verschwitzt aus der Küche kam. Endlich hatte ich Zeit für sie.

Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich in zwei etwas ratlose Gesichter schaute.
Was war wohl nicht in Ordnung?
Hatte den Herren am Ende mein Essen nicht geschmeckt?
Doch weit gefehlt! Sie waren begeistert von dem feinen Essen und dem guten Service.

Es war aber so!

Der ZVV vergibt die Konzessionen zum Betrieb der Buslinien an private Unternehmer. Diese stellen die Busse und fahren die Linien nach Vorgaben und Fahrplan ab.

Die Werbung auf den Bussen wird von zwei Firmen, eine davon ist die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG), verkauft.

Nun hat der ZVV diesen beiden Firmen die Preise diktiert. Beide Firmen müssen Preise einhalten, die vom ZVV vorgeschrieben werden.

Also, nochmals zum Nachlesen:

Der ZVV lässt die Werbeflächen auf seinen Bussen von zwei externen Firmen vermarkten. Diesen Firmen wird aber vorgeschrieben zu welchen Preisen die Werbung auf den Bussen zu verkaufen sei. APG und auch die zweite Firma dürfen keine nachhaltigen Verträge mit guten Preisen mehr machen.

Für mich heisst das, dass ich mir meinen Bus absolut nicht mehr leisten kann. Denn das bedeutet, dass mich das ganze Engagement nahezu zehntausend Franken im Jahr kostet. Fast das Doppelte wie der ausgehandelte Vertrag im zweiten und dritten Jahr.

Mich machen zwei Sachen nachdenklich und je mehr ich mich da reindenke, umso ‚fuchsteufelswilder‘ werde ich!

Zum einen wird es so einem Kleinstunternehmer wir mir verunmöglicht, die etwas andere, speziellere Werbung zu machen.

Zum andern ist der ZVV eine von uns Steuerzahlern finanzierte halbstaatliche Organisation, die mich nun schlicht und einfach vom Bus wirft und bevormundet.

Der Staat – also direkt wir Steuerzahler – bezahlt einen hohen zweistelligen Millionenbetrag für die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs und irgend so ein ‚Mänätscher‘ in dieser Organisation hat entschieden, dass der Preis nun abgesprochen wird.

Abgesprochen wird!

Blinkt bei Ihnen nun auch eine rote Lampe?

Preisabsprachen! Preisbindung! Absprachen! Mauscheleien!

War da nicht diese Meldung über Millionenbussen, Baugeschäfte im Engadin, Stöckli Ski etc.?

Nach meiner Ansicht ist das Verhalten des ZVV schlicht und einfach illegal. Es sind Preisabsprachen in Form von Preisbindung. Denn unter dem Mäntelchen der freien Marktwirtschaft hat der ZVV zwei Firmen beauftragt,  Werbung auf seinen Bussen zu betreiben. Aber und das ist der illegale Punkt. Der ZVV schreibt den Firmen die Preise vor!

Da passt die Geschichte für eine allfällige Reservation gut hinzu:

Ich erhielt im Rias in den letzten Wochen eine Mail einer Assistentin der Direktion des ZVV mit der Anfrage für ein Mittagessen für 14 Gäste Ende November. Man würde gerne einen Tisch separat haben.

Ich bedankte mich höflich und drückte meine Freude über diese schöne Reservation aus. Wir seien ein kleines Restaurant und die Gesellschaft dürfe gerne das ganze Lokal für sich allein haben, was aber eine Mindestkonsumation bedingen würde (Notabene wäre diese Mindestkonsumation der Bruchteil einer Heckwerbung – das stand natürlich nicht im Mail!). Ich könnte aber auch zwei schöne Tische zu je sieben Gästen anbieten. In beiden Fällen würde ich aber ein schönes Menu vorbereiten, das man natürlich vorgängig absprechen täte, da ich alleine mit einem Lernenden und einer Hilfskraft in der Küche stehen würde und mir frische Produkte und eine hohe Qualität sehr wichtig seien.

Der Mail habe ich die Speisekarte und weitere Unterlagen beigefügt.

Nochmals habe ich mich herzlich bedankt mit dem Ausdruck der Freude, dass wir die Gesellschaft nach allen Regeln der Gastgewerbe Kunst verwöhnen würden.

Am nächsten Tag, frühmorgens um halb acht klingelte dann das Telefon (kennen Sie ein Speiserestaurant, in dem um dieser Zeit schon jemand ans Telefon geht – so viel zum Thema Kundenfreundlichkeit dieses ZVV). Ich war bereits im Auto unterwegs zum Einkaufen, als der Anruf mit der Absage, man müsse à la carte essen können und ein separater Tisch sei unabdingbar!
‘Gönd sie go fast fuud ässä, Adiä! ‘ war meine kurze Antwort.

Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass in diesem Verbund einige ‚Mänätscher‘ und Bürolisten  sitzen, die sich ein schönes Leben machen und auf unsere Kosten zu viel verdienen, aber das ‚Dienen‘ am Kunden in ihrem ‘Verdienen’ vergessen haben.

Nun wird es leider keinen Bus mehr geben, auf dem mein Bild prangt. Keine Gäste mehr, die sich daran freuen. Es wird auch keinen Anlass des ZVV im Rias geben, weil die Herren und Damen 14 x à la carte essen wollen!

Vielleicht fahren dann irgendwann alle Busse mit Coca-Cola, Swisscom oder Microsoft Werbung durch die Gegend und drinnen sitzen Menschen, die sich wundern, dass nun bereits wieder eine Bäckerei, eine Metzgerei, eine Molkerei oder ein kleines Restaurant seine Pforten geschlossen hat!

Man wird seufzen, dass alle Kleinen kaputt gemacht werden und 14 Gäste werden sich in sieben Wagen ‚à la carte‘ verteilen!

Am Dienstag, 1. Oktober ab 19:00 servieren wir kein à la carte, sondern unsere

Wild – Tavolata 

Am 1. Oktober beginnt in vielen Kantonen die Jagd. Doch bereits seit dem 1. Mai werden in der Revierjagd im Unterland oder im Toggenburg Rehe, Gams, Wildschwein und Hirsch aus freier Wildbahn erlegt.

Die Tavolata Jagd ist eine Permiere. Ich verarbeite Wild nur von mir persönlich bekannten Jägern. Sie werden ein Feuerwerk des Genusses erleben. Herbstliche Gerichte aus freier Natur und deren Beilagen, klassisch, aber auch neu interpretiert.

Rosarino Serratore, begleitet den Abend mit dem Besten aus dem Weinhaus Bindella Zürich.

Plaudern Sie, geniessen Sie und degustieren Sie – lassen es sich einfach gut gehen.

Sechs Weine und sechzehn Speisen, inklusive Appenzeller Mineral und Espresso
Preis pro Gast sFr. 145.00

Es hat noch einige Plätze frei: Reservation nur noch per Telefon: 044 814 26 52